Tag 2 – Ungewohnt

Gerade lag ich auf dem Sofa, eingewickelt in meine graue Decke, habe tief durchgeatmet, darauf geachtet, wie es mir eigentlich geht. Irgendwie schon etwas geschockt, heute sehr gestresst. Es waren gefühlt 45 Dinge zu regeln, ganz unterschiedliches. Irgendwann musste ich einfach mal raus. Luft holen, mal wieder weiter blicken als nur bis zur nächsten Wand. Den schönen Abendhimmel betrachten, den Feldberg sehen, den Duft der blühenden Pflanzen riechen. Das hört ja nicht auf, das es Frühling wird.

Wenn man uns so in unserem Alltag sieht, sieht eigentlich alles ganz normal aus. Es fühlt sich aber schon ziemlich anders an. Innerhalb weniger Tage hat sich ein Gefühl verändert. Es fühlt sich für mich merkwürdig an, wenn im Radio “normale” Werbung läuft, so als würde das gerade nicht mehr passen. Andererseits brauche ich auch mal eine Pause von den andauernden Nachrichten-Updates.

Ungewohnt das alles. Alles muss sich noch setzen. Wir organisieren unseren Alltag neu. Es sind ja eigentlich keine Ferien. Die Schulen meiner Kinder stellen Arbeitsmaterialien zur Verfügung, meine Ältere hat sogar Aufgaben für Sport! Ich bin in ihrer Klasse Elternbeirätin, über mich schickt die Schule Nachrichten für die Eltern in der Klasse. Oft genug finde ich die Mails, die ich so weiterleite, selbst nicht so spannend. Momentan ist es aber wichtig, dass alle alle Informationen bekommen. Eine Mutter hat sich bei mir auch schon bedankt, was mich sehr gefreut hat.

Alles wird sich noch setzen, ganz sicher. Irgendwann ist diese Situation auch irgendwie normal und vielleicht ist es dann komisch, in die alte Normalität zurückzugehen. Wer weiß, was wir mitnehmen aus diesen Wochen. Vielleicht werden Gewohnheiten, die wir erst nur übergangsweise übernommen haben, dauerhaft bleiben. Was ich jetzt schon oft lese, höre und auch selber wünsche ist: “Bleib(t) gesund!” Und das wünsche ich euch natürlich auch.