Tag 4 – Einkaufen

Gestern musste ich ein paar Kleinigkeiten besorgen, in der Drogerie und im Supermarkt. Vorher noch schnell zur Bank, etwas Geld holen. In der Bank waren um jeden Schalter Abstandhalter gebaut, an den Wänden die Bitte, wenn möglich Online-Banking zu machen und nicht zur Bank zu kommen, wenn man sich krank fühlt. Ich hab am Automaten Geld geholt und bin weiter. An der Apotheke vorbei: “Bitte betreten Sie die Apotheke nur einzeln.” Bäcker 1 hat offen inkl. Café-Bereich, an den Tischen wie immer Leute. Bäcker 2 dasselbe.

In der Drogerie war es relativ leer. Einige Regale auch, natürlich die mit Desinfektionsmittel und Seife, bei der Seife der Hinweis, das man die nur in haushaltsüblichen Mengen kaufen darf. Es lagen aber eh nur noch drei Stück da. Shampoo war auch viel weg. Was ich brauchte, habe ich aber bekommen.

Vor dem Supermarkt ist Bäcker 3. Hier war der Café-Bereich zu, die Glaswände waren so weit wie möglich geschlossen, sodass sich nur eine Schlange bilden konnte. Im Supermarkt war auch relativ wenig los. Eier waren komplett ausverkauft. Wachteleier hätte ich haben können und bunte Ostereier. Und bei den Nudeln war wieder gähnende Leere. Und bei den Tomatensaucen natürlich.

Der Buchladen hat geschlossen – um den mache ich mir Sorgen. Ein kleiner, feiner Buchladen mit einer tollen Auswahl. Keine Kette, inhabergeführt von zwei Schwestern. Außen am Schaufenster der Hinweis, dass sie weiter erreichbar seien, dass man weiter bestellen könne. Bestellte Bücher werden täglich zwischen 16 und 19h am Laden übergeben oder nach Hause geliefert. Ich hoffe so sehr, dass sie durchhalten.

Nebendran das Eiscafé. Kein Service am Tisch, nur an der Theke. Drinnen keine Tische mehr, draußen schon. Auf dem Boden schwarz-gelbe Streifen, damit die Kunden Abstand halten. Das funktioniert auch, allerdings sitzen dann doch wieder Personen in Gruppen an den Tischen. So war das nicht gedacht glaube ich. Ich hole mir auch einen Kaffee, setze mich dann aber so weit wie möglich von den anderen weg. Selbst das fühlt sich komisch an.

Auf dem Heimweg dann am Bücherschrank ein Hinweis auf Nachbarschaftgruppen, organisiert nach Stadtteilen. So was freut mich.

Zu Hause treffe ich dann einen Nachbarn. Mit dem neuen Standardabstand von zwei Metern unterhalten wir uns. Er ist ab sofort von der Arbeit freigestellt, ohne Möglichkeit des Homeoffice. Erst mal für einen Monat, vielleicht auch länger. Er sieht nicht begeistert aus, für ihn ist das wirklich Zwangsurlaub.

So viele Veränderungen. Hoffentlich bewirken sie was.